Axel Wermke bleibt Synodalpräsident der badischen Landeskirche

Rektor im Ruhestand für eine dritte Amtszeit wiedergewählt / Landtagspräsident Thomas Strobl würdigt die Kirche als Stabilitätsanker

Bad Herrenalb/Karlsruhe, (20.10.2026). Axel Wermke bleibt Synodalpräsident der Evangelischen Landeskirche in Baden. Der 76-Jährige wurde am Dienstagmorgen im Rahmen der konstituierenden Herbsttagung in Bad Herrenalb mit 50 von 62 abgegebenen Stimmen wiedergewählt. Damit geht der Rektor im Ruhestand in seine dritte Legislaturperiode an der Spitze der badischen Landessynode. Seine sechsjährige Amtszeit endet im Jahr 2032.

Synodalpräsident Axel Wermke und Landesbischöfin Heike Springhart
Landesbischöfin Heike Springhart gratuliert Synodalpräsident Axel Wermke zu seiner Wiederwahl.

Quelle: ekiba / Ulli Naefken - eingebettet von www.ekiba.de

Landessynode 2026
Landtagspräsident Thomas Strobl war am Montag zu Gast bei der badischen Landessynode.

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„Ich danke für das Vertrauen und nehme die Wahl an. Und ich hoffe, diejenigen, die sich nicht für mich entscheiden konnten, überzeugen zu können“, sagte Axel Wermke. Acht Synodale hatten sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten, vier votierten mit Nein. Der Ubstädter war ohne Gegenkandidatur angetreten, nachdem Sascha Alpers seine Spontan-Kandidatur von Montagnachmittag unmittelbar vor Beginn der Wahlen wieder zurückgezogen hatte.
 
Sabine Ningel und Gunnar Garleff wurden als Stellvertretende in das neue Präsidium gewählt. Sabine Ningel erhielt bei der Wahl zur 1. Stellvertretung im zweiten Wahlgang mit 32 Stimmen die erforderliche absolute Mehrheit. Für Gunnar Garleff votierten bei der Wahl zur 2. Stellvertretung im ersten Wahlgang 45 Synodale.    
 
Die vier ständigen Ausschüsse der Landessynode setzen in ihrer Leitung ausnahmslos auf Kontinuität. Der Rechtsausschuss wird weiterhin von Julia Falk-Goerke geführt. Angela Heidler steht dem Hauptausschuss und Helmut Wießner dem Finanzausschuss vor. Als Vorsitzender des Bildungs- und Diakonieausschusses wurde Thomas Schalla wiedergewählt. 
 
Über den Besuch des baden-württembergischen Landtagspräsidenten Thomas Strobl durften sich die Landessynodalen noch am Montagabend freuen. „Ich bin gekommen, um Ihnen zu gratulieren und mich bei Ihnen dafür zu bedanken, dass Sie sich für ein öffentliches, kirchliches Amt zur Verfügung stellen. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte der CDU-Politiker bei seinem Grußwort. 

Kirchen komme eine wichtige Rolle zu

Angesichts zahlreicher Krisen, des Kriegs in Europa, hybriden Angriffen, Sabotagen und Desinformationskampagnen, die die bundesdeutsche Demokratie destabilisieren sollen, betonte Strobl die Bedeutung stabilisierender Kräfte in der Gesellschaft. Neben Staat, Kunst und Kultur komme dabei auch den Kirchen eine wichtige Rolle zu. „Ich bin sehr dankbar, dass wir mit den vier Kirchen einen wirklichen Stabilitätsanker haben in Baden-Württemberg“, betonte Strobl.
 
Dabei sei die Landeskirche nicht nur Partnerin der Politik, sondern mit rund einer Million Mitgliedern in Baden auch eine eigenständige gesellschaftliche Akteurin. „Sie sind auch ein großer, bedeutender Arbeitgeber mit Diakonie, Kindertagesstätten und vielem mehr – mit zigtausenden Beschäftigten. Damit tragen Sie zu Stabilität und zum Zusammenhalt in dieser Gesellschaft maßgeblich bei.“

Bericht über den Gesangbuchprozess der EKD

Einen Bericht über den laufenden Gesangbuchprozess der EKD stellte Kord Michaelis am Dienstag vor. Der Landeskirchenmusikdirektor ist selbst Teil der 76-köpfigen Kommission, die seit 2021 an der Neuauflage des Gesangbuchs arbeitet. „Das rote Gesangbuch wird nur noch von einem Teil der Gemeinden genutzt und die Vielfalt der Liedszenen wird nicht mehr ausreichend abgebildet“, erklärte Michaelis, warum die Neuauflage erarbeitet wird. „Es ist der Versuch, noch näher an der Lebenswelt der Menschen zu sein und zum gemeinsamen Singen zu motivieren.“ 
 
Zwischen 2021 und 2024 lagen 20.000 Lieder auf dem Tisch der Kommission, um bewertet zu werden. Zudem wurde eine neue Rubrikenkomposition erarbeitet, bei der sich Texte und Liedteile nebeneinander ergänzen und nicht mehr in einen Musik- und einen Textteil getrennt sind.
 
In diesem Jahr erfolgte dann die Erprobungsphase einer ersten Fassung, die aus 1203 Liedern (ohne Regionalteil) besteht - davon 688 Lieder im gedruckten Buch, die restlichen nur als digitale Sammlung. Die zentrale Botschaft: „Niemand soll und kann alles singen, alles spielen oder alles nutzen“, betont Kord Michaelis. Dass das neue Gesangbuch digital vorliegt, heiße, dass es nicht mehr statisch sei, sondern ein atmendes, sich entwickelndes Buch. 56 Prozent der Lieder stammen aus der Zeit nach 1960. 
 
Inzwischen befindet sich das Gesangbuchprojekt auf der Zielgeraden, so Michaelis. In diesem Herbst müssen alle Rückmeldungen aus der Erprobungsphase eingearbeitet werden. Im März 2027 soll die endgültige Liste der Lieder vorliegen, sodass den Landessynoden im Herbst 2027 die Einführungsbeschlüsse vorlegt werden könnten. Dies gelte auch für die Regionalteile. Die Einführung wäre dann im Advent 2029 möglich. Offen sei noch die Höhe der Kosten für die gedruckten Exemplare und für die App.
 
Weitere Informationen zur Herbsttagung der Landessynode und der vorläufige Zeitplan gibt es im Internet unter: www.ekiba.de/landessynode/herbsttagung2026

Hintergrund

Landessynode
Die Landessynode ist eines der vier Leitungsorgane der Evangelischen Landeskirche in Baden. Sie setzt sich aus gewählten und berufenen Mitgliedern zusammen und wirkt beschließend und beratend an der Leitung der Landeskirche mit. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören die Verabschiedung kirchlicher Gesetze, die Beratung grundsätzlicher Fragen des kirchlichen Lebens sowie die Wahl wichtiger Leitungsämter der Landeskirche. 
 
  

Stefan Herholz

Pressesprecher / Bereichsleitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit