Der Porsche unter den DekanInnen…

Verabschiedung von Dekanin Bärbel Schäfer nach 15 Jahren Amtszeit im Kirchenbezirk Markgräflerland

Schopfheim: Am 13.07.25 fand bei vollbesetzter Stadtkirche der Verabschiedungsgottesdienst von Dekanin Schäfer unter der Mitwirkung von Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart statt.

Dekanin Schäfer predigt ein letztes Mal von der Kanzel.
Musikalisch gestaltet wurde die festliche Stunde durch die Kantorei Schopfheim mit Kirchenmusikdirektor (KMD)  Christoph Bogon und KMD Rainer Marbach. PfarrerInnen, DiakonInnen und Mitglieder des Bezirkskirchenrates überraschten zudem die scheidende Dekanin mit einem selbstgedichteten Lied.
 
In ihrer Predigt stellte Dekanin Schäfer Gottes Gnade vor als einen Raum, „in dem man atmen, sich bewegen, lachen, weinen, handeln kann“ (Zitat von Dorothee Sölle). Dieser Raum kann gestaltet werden mit Barmherzigkeit. So wird er zu einem „Debattierraum“ und zu einer „Sehschule“, um Fragen von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in dieser Welt einzubringen. Gottes Gnade ermöglicht zudem, andere neu zu entdecken. „Ziehe zunächst den Balken aus deinem Auge, und danach den Splitter aus dem Auge des Nächsten,“ heißt es in der Bergpredigt von Jesus. So kann sich Gnade und Barmherzigkeit entfalten und ein Zukunftsraum gemeinsam gestaltet werden.
 
Prof. Dr. Heike Springhart (rechts) entpflichtet Dekanin Schäfer.
 
Landesbischöfin Dr. Heike Springhart dankte Dekanin Schäfer für ihren Einsatz und entpflichtete sie von ihrem Dienst u.a. mit dem gemeinsam gesprochenen Wunsch: „Wenn dich der Abschied schmerzt und du unsicher bist wegen all des Neuen, so beten wir, dass du darin getröstet und gestärkt wirst.“
 
Auch Landrätin Marion Dammann dankte Frau Schäfer für ihr Wirken im Landkreis. Die regelmäßigen Treffen, auch mit Dekan Möller von der katholischen Kirche, waren ein „Debattierraum“ für eine gute Zukunft im Kreis. „Zwar sinkt die Zahl der Kirchenmitglieder, aber nicht zuletzt dank ihrer klaren Haltung gegen populistische Tendenzen und ihres unermüdlichen Einsatzes für demokratische Werte stehen die Gemeindemitglieder weiterhin überzeugt für Demokratie und Frieden in unserem Land ein.“
 
Dekanin Schäfer winkt PfarrerInnen, DiakonInnen und Kirchenratsmitgliedern zum Abschied.
 
Zum Abschluss des Gottesdienstes erklang ein eindrucksvolles Duett beider Orgeln. Zur Aufführung kam die Toccata aus der 5. Orgelsymphonie von Charles-Marie Widor, gespielt von den Kirchenmusikdirektoren Christoph Bogon und Rainer Marbach.
 
Dekanin Schäfer (links) erhält Abschiedsgrüße aus der Dekanenrunde Süd.
 
Im Anschluss an den Gottesdienst gab es einen Empfang vor dem evangelischen Gemeindehaus, für welchen Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen und Familienmitglieder von Frau Schäfer Beiträge vorbereitet hatten. Im Kreis der DekanInnen aus dem Süden der badischen Landeskirche wurde Dekanin Bärbel Schäfer mit folgenden Worten beschrieben: „Du hast stets frischen Wind in die Südprälatur gebracht.“ und „Du bist der Porsche unter uns“, denn sie habe zum Wohle aller für eine straffe Veranstaltungsorganisation und Zielstrebigkeit oft „Gas gegeben“ und auf hohe Qualität durch Information, Debatte und Kreativität in der Entscheidungsfindung geachtet.
 
Dekanin Schäfer (links) zusammen mit der Leiterin der Bezirkssynode, Angelika Walliser.
 
Die Vorsitzende der Bezirkssynode, Angelika Walliser, bedankte sich bei Dekanin Schäfer für die gute Zusammenarbeit und die „vielen Brücken, die sie in ihrer Amtszeit gebaut hat“ – zum Landkreis, zur Partnergemeinde in Indonesien (die mit einer Delegation vor Ort zu Gast war), dem kath. Dekanat Wiesental, in den Kooperationsräumen des Kirchenbezirks und viele mehr. Sie übergab ihr u.a. ein Rezeptbuch aus dem Dreiland mit persönlichen kulinarischen Tipps und geistlichen Impulsen von Kolleginnen und Kollegen, Freunden, Gemeindemitgliedern und Kirchenräten für ihre Zeit im Ruhestand.
 
Zwischen den Abschiedsgrüßen wurde die Gesellschaft durch die Moderation von Pfarrer und Dekaninstellvertreter, Markus Schulz, mit Spielen unterhalten und hatte die Möglichkeit bei schönstem Sonnenschein, Geselligkeit und Speis und Trank den Abschied von Frau Schäfer ausgiebig zu feiern.